Theater vorgestellt: Das Budapester Operettentheater

Budapester Operettentheater
Bild: Budapest Operett Színház
Das legendäre Budapester Orpheum hatte mit Beginn des ersten Weltkrieges aufgeben müssen – der Ort festlicher Unterhaltung lag im Dunkeln und das Symbol jener nostalgischen Friedenszeiten schien dem Abriss vorbehalten gewesen zu sein.

Doch die Stadt Budapest entschloss sich den Fellner und Helmer Bau von 1894 zu erhalten und ein Theater zu gründen, welches der Operette und der leichten Muse dient, damit wurden die Sparten Operette am Király Színház und am Népszínház zu einem neuen Operettentheater vereint. Budapest verteidigte somit seinen Platz, sich, neben Wien, Hauptstadt der Operette nennen zu dürfen. Die Operette wurde hier gepflegt und immer wieder durch neue künstlerische Ansätze aktualisiert, gleichzeitig fanden Uraufführungen statt, die den Ruf Budapests als Hauptstadt der silbernen Operette festigten. Theater vorgestellt: Das Budapester Operettentheater weiterlesen

Ball im Savoy

Paul Abraham und Budapest, eine unrühmliche Geschichte, da die Stadt, die ihm seinen ersten großen Erfolg „Victoria und ihr Husar“ ermöglichte, ihm keine Heimstatt mehr sein konnte. Als Ungar, mit jüdischen Wurzeln, flüchtete er nach Kuba und zog nach Hamburg. Er verbrachte seinen Lebensabend in einem Sanatorium und erholte sich nie von seiner schweren Syphiliserkrankung. Zum 50. Todestag schenkte ihm das junge Ensemble des Budapester Operettentheaters die Produktion eines seiner größten Welterfolge. Ball im Savoy weiterlesen

Sasha Waltz zu Gast beim Herbstfestival in Budapest

Sasha Waltz
Die vier beteiligten Künstler, Photo: Sebastian Bolesch
Das Mádach – Theater bietet Sasha Waltz & Friends eine zeitweilige Heimstatt und macht Budapest mit einer radikalen Lesart des Tanztheaters bekannt. In Budapest beherrscht das klassische Ballett die Tanzszene, das moderne Tanztheater hat zwar eine Heimstatt im Burgtheater und im Palast der schönen Künste gefunden, doch den meisten ist die klassische Technik im Staatsopernhaus vertrauter. Mit der intensiven Arbeit des Nationalen Tanztheaters hat sich das Tanztheater zu einem festen Bestandteil des Kulturlebens entwickelt. Das Budapester Herbstfestival präsentiert, als Gegenstück zu diesen beiden etablierten Formen des Tanzes, das Gastspiel einer der ausdrucksstärksten deutschen Compagnien und zeigt dem Ungarischen Publikum eine Lesart des Tanzes, wie er hier durch keine Compagnie verkörpert wird. Sasha Waltz zu Gast beim Herbstfestival in Budapest weiterlesen

Alles hat seine Zeit – „Der Rosenkavalier“

Rosenkavalier
Das Ensemble der Staatsoper im 1. Akt, Photo: Éder Vera
Die Staatsoper präsentiert in einer Wiederaufnahme das unverwüstliche Hauptwerk der Zusammenarbeit Richards Strauss und Hugo von Hofmannsthals. Mehr noch als „Elektra“ und „Ariadne auf Naxos“ prägt „Der Rosenkavalier“ das Bild des Komponisten und des Librettisten. Zur Uraufführung und den folgenden Aufführungen setzte die Reichsbahn Sonderzüge nach Dresden ein. Dies wird in Budapest nicht nötig sein, denn die Touristen sind schon in der Stadt und besuchen eifrig das Werk. Die Musik passt vortrefflich in den Prunk des Saals und des Baus der Staatsoper. Leider bleiben die ungarischen Besucher rar, obwohl das Werk mit ungarischen Übertiteln gegeben wird, da in deutscher Originalsprache gespielt wird. Der Saal war schlecht besetzt und es wurde, im Laufe der Aktpausen immer leerer, was bedauernswert ist, da die weggehenden Besucher den 3. Akt verpassten, der mit Spielfreude und sängerischen Leistungen überzeugte. Alles hat seine Zeit – „Der Rosenkavalier“ weiterlesen