Theater vorgestellt: Das Budapester Operettentheater

Budapester Operettentheater

Bild: Budapest Operett Színház

Das legendäre Budapester Orpheum hatte mit Beginn des ersten Weltkrieges aufgeben müssen – der Ort festlicher Unterhaltung lag im Dunkeln und das Symbol jener nostalgischen Friedenszeiten schien dem Abriss vorbehalten gewesen zu sein.

Doch die Stadt Budapest entschloss sich den Fellner und Helmer Bau von 1894 zu erhalten und ein Theater zu gründen, welches der Operette und der leichten Muse dient, damit wurden die Sparten Operette am Király Színház und am Népszínház zu einem neuen Operettentheater vereint. Budapest verteidigte somit seinen Platz, sich, neben Wien, Hauptstadt der Operette nennen zu dürfen. Die Operette wurde hier gepflegt und immer wieder durch neue künstlerische Ansätze aktualisiert, gleichzeitig fanden Uraufführungen statt, die den Ruf Budapests als Hauptstadt der silbernen Operette festigten. Seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts finden auch vermehr Musical-Produktionen ihren Weg auf die Bühne und somit ihre ungarische Erstaufführung. Im Jahr 1999 begann man eine Sanierung, die den alten prachtvollen Saal wieder herstellte und die technischen Möglichkeiten des Hauses erweiterte Das Operettentheater ist heute wieder ein Anziehungspunkt für die Budapester und ihre Gäste.

Unter der Intendanz des Regieführenden Intendanten Kerényi Miklós Gábor hat sich das Haus durch Koproduktionen und Gastspiele international einen Namen gemacht und ist heute, neben der Ungarischen Staatsoper, wahrscheinlich das bekannteste ungarische Musiktheater. Dies ist sicher auch darin begründet, dass das Haus durch die enge Zusammenarbeit mit den Vereinigten Bühnen Wien die aktuellsten Musicalproduktionen, wie „Elisabeth!“ und „Rudolph“ zeigen kann und als ungarische Erstaufführung „Romeo und Julia“ zu einem fantastischen Erfolg verholfen hat. Das Operettentheater bespielt auch das Thalia- Theater, was dem Operettentheater gegenüber liegt und verfügt über eine weitere kleine Bühne im Haus, das Raktárszínház. Darüber hinaus werden weitere verschiedene Orte im Haus bespielt.

Die Karten können an den Tageskassen und im Internet unter www.operett.hu erworben werden. Eine frühzeitige Reservierung ist für gute Sitzplätze unerlässlich, da das Haus eine sehr gute Auslastung aufweist. Die Tageskasse befindet sich, neben dem Operettentheater, in der Nagymezö Utca 19. Das Kasse ist unter 0036-1-2693870 erreichbar. Am Abend erhalten sie ihre Karten an der Abendkasse links des Haupteingans. Sie gehen den langen Flur entlang, links befindet sich der Operettenshop und erreichen den Zuschauerraum, die Garderoben befinden sich links des Eingange. In den Pausen steht ein großes Foyer im ersten Stock zur Verfügung, über dessen Aufgänge erreichen sie auch den ersten und zweiten Balkon. In den Pausen lohnt es sich die Schaukästen mit der Operettengeschichte anzuschauen und in der Vergangenheit zu schwelgen. Die Gegenwart ist auf der Bühne mit aktuellen Werken, modernen Rezeptionen und interessanten Werken zu entdecken. Die musikalische Qualität und die Sänger sind hoch und das Publikum feiert die Darsteller für ihr Engagement in Operette und Musical.

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