Grazie im Staatsopernhaus – Der Balanchine Abend – Ein Traum auf der Bühne

Das Ensemble
Das Ensemble, Foto: Andrea P. Merlo
Das ungarische Staatsballett, das Nationalballett, wie es sich selbst bezeichnet, ist die noch immer führende klassische Compagnie des Landes. Leider auch die einzige, die das klassische Repertoire in Ungarn pflegt, denn es ist Zeit – und Kostenintensiv die Meisterwerke der Vergangenheit zu pflegen und behutsam zu erneuern. Doch vor allem eins: Personalintensiv.

Der Abend huldigt dem größten Choreografen des 20. Jahrhunderts, dem einzigen Choreografen, der sich nicht klassischen Geschichten und dem Handlungsballett gewidmet hat, sondern über 700 Werke schuf, die meistens nur einem Ziel dienten, der Schönheit des Tanzes und des tänzerischen Ausdrucks zu huldigen. Grazie im Staatsopernhaus – Der Balanchine Abend – Ein Traum auf der Bühne weiterlesen

„Bánk bán“ im Staatsopernhaus

Temesi Mária
Temesi Mária ahnt noch nichts, Foto: Edér Vera
Die ungarische Nationaloper, mit der 1846 ein eigenständiges ungarisches Opernschaffen beginnt, wird in einer Wiederaufnahme im Opernhaus gespielt. Die ursprüngliche Idee, zum 200. Geburtstags Erkel Ferencs, dieses Werk neu zu inszenieren, wurde, nach den Wahlen, fallengelassen, da kein ausländischer Regisseur inszenieren sollte. Eine Entscheidung, die nicht nachzuvollziehen ist, da diesem Werk eine Sichtweise, die mehr dem Heute entspricht, als die vorhandene Interpretation, sicher gut getan hätte. Der Abend zeigt eine Vorstellung von Oper, die mehr auf Ausstattung, denn auf den Transport von Inhalt abzielt. Dieser Opernabend gerät sogar zu einem unfreiwilligen Plädoyer für das Regietheater. Die Sterbeszenen des 2. Aktes sind einfach dilettantisch gespielt. Die Regie Kerényi Imres ist nicht mehr erkennbar, doch das Bühnenbild Csikós Attilas ist immer noch sehr schön anzuschauen, doch wirkt alles veraltet und mitgenommen. „Bánk bán“ im Staatsopernhaus weiterlesen

Alles hat seine Zeit – „Der Rosenkavalier“

Rosenkavalier
Das Ensemble der Staatsoper im 1. Akt, Photo: Éder Vera
Die Staatsoper präsentiert in einer Wiederaufnahme das unverwüstliche Hauptwerk der Zusammenarbeit Richards Strauss und Hugo von Hofmannsthals. Mehr noch als „Elektra“ und „Ariadne auf Naxos“ prägt „Der Rosenkavalier“ das Bild des Komponisten und des Librettisten. Zur Uraufführung und den folgenden Aufführungen setzte die Reichsbahn Sonderzüge nach Dresden ein. Dies wird in Budapest nicht nötig sein, denn die Touristen sind schon in der Stadt und besuchen eifrig das Werk. Die Musik passt vortrefflich in den Prunk des Saals und des Baus der Staatsoper. Leider bleiben die ungarischen Besucher rar, obwohl das Werk mit ungarischen Übertiteln gegeben wird, da in deutscher Originalsprache gespielt wird. Der Saal war schlecht besetzt und es wurde, im Laufe der Aktpausen immer leerer, was bedauernswert ist, da die weggehenden Besucher den 3. Akt verpassten, der mit Spielfreude und sängerischen Leistungen überzeugte. Alles hat seine Zeit – „Der Rosenkavalier“ weiterlesen

Vom Winde verweht

Vom Winde verweht
Der Star der Compagnie: Aleszja Popova, Photo: Mezey
Am Ende steht sie allein im Rot der untergehenden Abendsonne, sie, die alles verloren hat: ihr einziges Kind, den Mann, den sie liebte, der Mann, der ihr half den Familienbesitz zu retten und der Mann, der sie liebte. Nur ihr Familienbesitz ist ihr geblieben, diesem hat sie ihr Leben geopfert. Die Geschichte Scarlett O’Haras ist in des Wiederaufnahme des Ballettabends: „Elfújta a szél“ im Staatsopernhaus zu erleben. Vom Winde verweht weiterlesen